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Magdeburg– Stadt am Elbestrom
  Um den Chor des Domes (Remtergang mit Domherrenkurie und Stadttor) gelangt man zum Fürstenwall an der Kante zum Elbetal. Der Fürstenwall ist ein historisches Beispiel für die Konversion militärischer Bauten, der elbseitigen Stadtbefestigung, die vom frühen 15. Jahrhundert bis heute noch die Anbindung der Stadt an den Fluss bestimmt. Hier ließ Fürst Leopold von Anhalt-Dessau schon 1722 die erste "Bürgerpromenade" Deutschlands anlegen. Sie lädt zum Spaziergang ein. Domchor, Alte Möllenvogtei, Wehrtürme, Promenade, die Gärten sowie das im Tudorstil errichtete Oberpräsidialamt (1842), heute Wasser- und Schifffahrtsamt, bilden eine herrliche Kulisse für Ausstellungen, Musik und Theater.
Auf den die ganze Kernstadt umgebenden ehemaligen Befestigungsanlagen, die zu einem ”Grünen Ring” entwickelt werden sollen, können Fußgänger und Radfahrer die historische Stadt umrunden, die Autofahrer das Stadtzentrum auf dem Magdeburger Ring bzw. am Schleinufer umfahren. Weitere Befestigungsanlagen schieben sich in Stadt und Landschaft und bieten Ansatzpunkte für städtebauliche und landschaftsgestaltende Maßnahmen. Der Bau der Kirche und des Klosters Unser Lieben Frauen wurde zwischen 1064 und 1078 begonnen. Der frühromanische Kirchbau ist somit deutlich älter als der gotische Magdeburger Dom. Von 1957 bis 1977 wurde die Kirche zum Konzertsaal, das Kloster zum Museum (Kleinplastik der DDR) umgestaltet (Klaus Berger und Reinhard Rüger). Kirche, Kreuzgang und Kloster bilden einen zeitlos schönen Raum für Musik und Stille, fürs Schauen und zur Besinnung.
Der so genannte ”Zentrale Platz” in der Mitte der Stadt war seit 1945 für Kultur und Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, für eine sozialistische Stadtkrone, frei gehalten worden. Erst nach der Wende wurden "Nägel mit Köpfen" gemacht. Das Ulrichshaus (Architekt Heinz Nattler) und das Allee-Center (Architekten Jost Hering und Manfred Stanek) bilden seit 1998 das Zentrum für Handel und Wandel, Einkauf und Business in der Stadt. Der Alte Markt wird täglich seinem Namen gerecht.
Vor der Barockfassade des Rathauses (Heinrich Schmutze, Steinmetz Höltzer; 1691 - 1698) schützt Otto der Große als Magdeburger Reiter Händler und Käufer. Das Original des Standbildes von 1240 steht im Kulturhistorischen Museum. An der Nordwestecke des Marktes befindet sich ein Gewölbe, eines der wenigen Zeugnisse mittelalterlicher Bürgerbauten. Mit dem Neubau der Magdeburger Stadtsparkasse konnte in dem Gewölbe auch ein Restaurant wieder eröffnen. Nördlich des Rathauses steht ein neobarockes Verwaltungsgebäude (Wilhelm Berner, 1905/06). Vor ihm hat auf einem opulenten Sockel Magdeburgs Bürgermeister und Erfinder Otto von Guericke Platz genommen (Plastik von Karl Friedrich Echtermeier). nächste Seite

copyright 2004 Ludwig Krause